La Paz: Das längste städtische Seilbahnnetz am weltweit höchstgelegenen Regierungssitz

Zunächst müssen wir mit der oft genannten Behauptung aufräumen, dass La Paz die höchst gelegene Hauptstadt der Welt ist. Zwar liegt die Stadt mit einer Höhenlage von 3200 bis 4100 Metern um einiges über Quito im benachbarten Ecuador, die verfassungsmäßige Hauptstadt Boliviens ist allerdings Sucre. Die bolivianische Regierung sitzt dennoch in La Paz, was zumindest zum Titel höchstgelegener Regierungssitz reicht.

Davon abgesehen können wir einen Besuch der Stadt aber trotzdem uneingeschränkt empfehlen. Denn abgesehen von der spektakulären Lage mitten in den Höhenzügen der Anden hat sich das ursprünglich vor allem als Entlastung des öffentlichen Nahverkehrssystems gedachte Netz an Seilbahnen inzwischen auch zu einer Attraktion für Reisende entwickelt.

Wie in vielen südamerikanischen, extrem dicht besiedelten und topographisch schwierigen Großstädten haben auch die Stadtväter und -mütter von La Paz Seilbahnen als einzig sinnvolle Option gesehen, die notorisch mit Minibussen und Sammeltaxis verstopften Straßen zu entlasten.

Die ersten drei der farblich unterschiedenen und so benannten Linien wurden 2014 eröffnet. Weitere 7 Linien kamen bis Ende 2019 hinzu. Weitere Strecken sind in Planung oder sogar schon in Bau. Auch jetzt schon besitzt La Paz das weltweit längste städtische Seilbahnnetz.

Von Chumwa; Michael F. Schönitzer; Chuq – miteleferico.bo and othersGeospatial data sources:Open Street Map Data (ODbL)

Wie gut zu sehen im Netzplan sind die Linien nicht nur recht nützlich, um schnell und günstig aus La Paz hinauf nach El Alto zu kommen, wo sich unter anderem der Flughafen der Stadt befindet. Wenn ihr die einzelnen Bahnen geschickt kombiniert, könnt ihr auch eine Rundfahrt über der Stadt mit tollen Aussichten planen.

Wintersportlern dürften die Anlagen und Kabinen sehr bekannt vorkommen, denn sie wurden von der österreichischen Firma Doppelmayr geplant und gebaut. Die Bahnen sind gerade zu Stoßzeiten gut nachgefragt, das Personal achtet aber darauf, dass die Kabinen nicht zu voll werden. Am meisten Spaß macht es aber ohnehin tagsüber, zumal die Sonne abends recht schnell hinter den Bergen verschwindet.

Die Fahrt kostet pro Strecke 3 Boliviano, umgerechnet aktuell 0,36€. Dabei ist es egal, ob ihr unterwegs Zwischenstationen passiert oder nicht. Mit dem Umstieg auf die nächste Linie werden jeweils 2 Boliviano fällig, ihr dürft dafür allerdings die Station nicht verlassen, sondern müsst direkt zur nächsten Bahn gehen. Andernfalls gilt es als neue Fahrt.

Um nicht jede Menge kleiner Münzen dabei haben zu müssen, empfehlen wir den Kauf der wiederaufladbaren Smart Card, die es an allen Stationen gibt. Diese zieht automatisch den korrekten Fahrpreis ab.

Die Bahnen fahren im Normalfall Montag bis Samstag von 6 bis 23 Uhr, sonntags von 7 bis 21 Uhr. Da es sich um Umlaufbahnen handelt, kommt etwa alle 10 bis 15 Sekunden eine Kabine. Selbst bei längeren Schlangen seid ihr also recht fix an der Reihe.

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