Anreise Machu Picchu mit dem Zug oder Bus – Kosten und persönliche Erfahrungen

Ein Besuch der berühmten ehemaligen Inka-Stätte in den peruanischen Anden steht sicher bei vielen auf der Wunschliste. Zwar wird das auch als eines der Neuen Sieben Weltwunder gelistete UNESCO-Weltkulturerbe jedes Jahr von tausenden Reisen besucht, dennoch verlaufen sich die Besucher recht gut im Tal, wenn man die Zeit von etwa 10:30 Uhr bis 14 Uhr meidet, zu der die Tagestouristen aus Cusco kommen. Dank neuer Regulierungen und großzügiger Öffnungszeiten könnt ihr dem aber recht problemlos aus dem Weg gehen, vor allem wenn ihr etwas Zeit mitbringt.

Die meist gestellten Fragen zu Machu Picchu drehen sich übrigens nicht um den Eintritt und die Zugangszeiten. Diese kann man recht übersichtlich auf der offiziellen Seite nachlesen.

Es gibt Einzeltickets nur für die Stadt und die umliegenden kleineren Aussichtshügel (152 Soles, ca. 40€), für die ihr eine vorgegebene Eintrittszeit habt. Sie sind 4 Stunden gültig und ihr solltet sie rechtzeitig vorab besorgen, wenn ihr nicht flexibel seid.

Dazu kommen Kombitickets für Machu Picchu und den Berg Huayna Picchu oder gegenüberliegend Cerro Machu Picchu, für die es jeweils drei morgendliche Eintrittszeiten gibt. Die Anzahl ist stark begrenzt, so dass ihr so früh wie möglich reservieren solltet. Der Preis liegt aktuell bei 200 Soles, also umgerechnet etwa 55€.

Viel häufiger als der Eintritt wird diskutiert, wie man zum Machu Picchu kommt. Was im Prinzip gleichzusetzen ist mit Aguas Calientes, dem kleinen Örtchen zu Füßen der Inka-Stätte. Es sei denn ihr wagt euch auf den berühmten Inka-Weg, der aber meist monatelang im Voraus ausgebucht ist.

Wir stellen euch alle verfügbaren Optionen mit ungefähren Kosten sowie unseren persönlichen Erfahrungen vor und erwähnen Vor- und Nachteile. Natürlich ist es am Ende eine subjektive Entscheidung zwischen Zeit, Komfort und Budget, die wir euch nicht abnehmen, aber zumindest etwas erleichtern können.

Mit dem Zug zum Machu Picchu

Aguas Calientes ist nicht an das Straßennetz Perus angeschlossen. Entsprechend hat die Eisenbahn hier ein Monopol, in das sich PeruRail und Inca Rail reinteilen. Die Züge starten entweder in Cusco – San Pedro in Altstadtnähe, Poroy im Norden Cuscos oder Ollantaytambo auf etwa halber Strecke nach Aguas Calientes.

Die Preise schwanken je nach Wagonklasse, Nachfrage, Saison, Wochentag und Tageszeit, wobei ihr mit 50 – 125 USD pro Strecke rechnen müsst. Wirklich günstiger ist es auch nicht, wenn ihr erst in Ollantaytambo einsteigt. Allerdings habt ihr dort mehr Züge zur Auswahl und dadurch bessere Chancen, noch einen der günstigeren Preise zu ergattern.

Zum Bahnhof San Pedro könnt ihr von den meisten Hotels in der Innenstadt Cuscos laufen. Die Station Poroy ist ca. 20 Minuten per Taxi von der Altstadt entfernt. Die Zickzack-Strecke hinauf von San Pedro nach Poroy wurde übrigens erst vor kurzem wieder eröffnet und ist auf jeden Fall die Extrastunde wert, wenn der Zugfahrplan passt.

Nach Ollantaytambo kommt ihr mit dem Sammeltaxi von Cusco und es gibt dort auch einige Hotels. Die Stadt ist zwar recht touristisch, hat aber noch viel Charme. Und man spart etwas mehr als eine Stunde, die man morgens später los muss oder abends früher zurück ist.

Mit dem Sammeltaxi über Hidroelectrica nach Machu Picchu

Noch vor ein paar Jahren war der Weg über das Wasserkraftwerk (Hidroelectrica) im Westen von Machu Picchu nur wenigen Insidern bekannt. Inzwischen hat es sich zur beliebten Alternative zu den hohen Zugpreisen gemausert und ihr könnt den Trip sogar als Tour in vielen Reisebüros in Cusco buchen.

Mit einem je nach Anbieter mehr oder weniger modernen Kleinbus geht es morgens zwischen 7 und 8 von Cusco nach Hidroelectrica. Tickets gibt es online für 18 USD pro Strecke oder 30 USD hin und zurück. Zwar stehen erfahrungsgemäß auch spontan meist noch ein paar leere Plätze zur Verfügung, trotzdem empfehlen wir gleich beide Strecken zu buchen, wenn ihr schon wisst, wann es zurück geht. Denn dann wartet der Fahrer notfalls ein paar Minuten auf euch, wenn ihr spät dran seid.

Am Wasserkraftwerk habt ihr die Qual der Wahl. Ihr könnt entweder entlang der Bahnlinie etwa 15 Kilometer bzw. 3 – 4 Stunden nach Aguas Calientes wandern. Oder ihr nehmt den neuerdings auf die Fahrzeiten der Shuttles von Cusco abgestimmten Zug von PeruRail, der etwa 45 Minuten benötigt und zuletzt 30 USD pro Strecke kostete, nach neueren Informationen allerdings schon 40 USD.

Die Wanderung verläuft ohne Steigerungen auf oder neben den Bahngleisen. Dabei müsst ihr auch durch einen kurzen Tunnel. Zwar fahren die Zuge recht langsam und hupen fast unentwegt, dennoch verbieten sich Kopfhörer in oder auf den Ohren. Auch hier hat sich in den letzten zwei Jahren einiges getan, denn unterwegs habt ihr jetzt einige Verpflegungsmöglichkeiten für Wasser oder Snacks.

Ein Tipp aus der Redaktion: Wenn ihr in einer Kleingruppe unterwegs seid, fährt eine Person mit dem Zug und nimmt das große Gepäck von allen mit. Wir haben das problemlos zu viert gemacht und die Ticketkosten einfach durch alle geteilt. Die Wanderung war entsprechend entspannt.

Rückzu solltet ihr spätestens 11 Uhr in Aguas Calientes loswandern, um pünktlich zur Abfahrt der Shuttles wieder in Hidroelectrica zu sein. Die Abfahrt dort erfolgt zwischen 14:30 Uhr 15:30 Uhr. Falls ihr früher dort seid, findet ihr neuerdings mehrere kleine Restaurants und Stände zur Verpflegung und Erfrischung. Der Zug von Aguas Calientes startet zwischen 12 und 13 Uhr. Ihr solltet euch aber die Abfahrtszeit am Vortag bestätigen lassen. Der Bahnhof ist übrigens am Ortsausgang Richtung Machu Picchu und nicht identisch mit dem, von dem die Züge nach Cusco fahren.

Verpasst ihr den Shuttlebus oder habt nicht voraus gebucht und kommt nirgendwo mit, könnt ihr auch ein Sammeltaxi nach Santa Teresa nehmen, das meist am Wasserkraftwerk wartet. Natürlich werdet ihr auch unter den Betreibern der Ständen eine Mitfahrgelegenheit finden. In Santa Teresa solltet ihr ein Sammeltaxi nach Santa Maria und von dort weiter nach Cusco finden. Großes Sparpotential habt ihr dabei allerdings nicht, seid aber deutlich länger unterwegs bzw. müsst im schlechtesten Fall unterwegs noch übernachten.

Aguas Calientes nach Machu Picchu

Wenn eingangs erwähnt, seid ihr bei beiden Optionen erst einmal in Aguas Calientes. Dort solltet ihr allerdings auch mindestens eine Nacht einplanen, um den vielen Tagestouristen aus Cusco auf dem Weg zum Machu Picchu aus dem Weg zu gehen.

Von der Hauptstraße des Ortes aus fahren morgens ab etwa 5:30 Uhr die Busse hinauf zum Eingang des Machu Picchu. Tickets gibt es an einem kleinen Schalter auf der gegenüberliegenden Straßenseite für 40 Soles (ca. 11€) einfach oder 80 Soles (22€) hin und zurück auch schon am Vortag. Alternativ könnt ihr auch hinauf wandern, was aber recht schweißtreibende 90 – 120 Minuten pro Strecke sind.

Viele Besucher stehen bereits ab 4:30 Uhr für die Busse an und es bildet sich eine scheinbar unendlich lange Schlange durch den Ort. Das ist aber weniger dramatisch als es aussieht, da die Busse zu dieser Zeit hintereinander weg fahren, so dass ihr auch zwischen 6 und 7 drin seid, wenn ihr euch erst etwa 5:15 Uhr anstellt.

Auch hier eine Empfehlung von uns: Die Besucher mit Kombitickets für die Wanderung auf einen der beiden Berge gehen etwa eine Stunde nach ihrer Eingangszeit (6, 7 oder 8 Uhr) zu den Kontrollpunkten für den Start der Wanderung. Entsprechend sind die Ruinenbereiche rund um die volle Stunde oft recht leer, also perfekt für Fotos.

Und eine zweite Empfehlung: Die Morgen- und Tagesbesucher verlassen Machu Picchu zwischen 13 und 14 Uhr, weil ihre Tickets ablaufen bzw. die Züge zurück nach Cusco warten. Wenn es in euren Zeitplan passt und ihr keinen der beiden umliegenden Berge besteigen wollt, bucht euch den Termin um 13 oder 14 Uhr. Zum Sonnenuntergang seid ihr dann fast allein vor Ort.

2 thoughts on “Anreise Machu Picchu mit dem Zug oder Bus – Kosten und persönliche Erfahrungen

  1. Hallo,
    wo kauft man denn am besten die Tickets für den Zug von Machu Picchu nach Hidroelectrica zurück und wie oft fahren die Züge?

    1. Hallo Meike,
      die Züge fahren ein bis zwei Mal am Tag und man bekommt das Ticket im Zug. Seit immer mehr Reisende diesen Weg nehmen, sind die Fahrpläne auch mehr darauf abgestimmt (ca. 14 / 16.30 Uhr ab Hidroelectrica bzw. 10 / 13 Uhr ab Aguas Calientes).
      Momentan gibt es aber auch recht günstige Preise für die Touristen-Züge, falls du in nächster Zeit unterwegs bist.

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