Sommerurlaub trotz Coronavirus – Mit diesen Einschränkungen müsst ihr rechnen und wie ihr das beste daraus macht

Zumindest innerhalb der Europäischen Union sind viele Grenzen schon offen, nach Kroatien oder Italien könnt ihr bereits reisen. Beliebte Urlaubsländer wie Spanien oder Griechenland könnt ihr ab Juli wieder besuchen.

Aber macht ein Strandurlaub am Mittelmeer jetzt überhaupt Sinn?

Wir haben uns die Regeln der einzelnen Ländern angeschaut und für euch zusammengefasst, mit welchen Einschränkungen ihr rechnen müsst. Aber auch, welche Vorteile ein Urlaub diesen Sommer mit sich bringt.

1. Maskenpflicht im Flugzeug und auf dem Flughafen

Nahezu alle Fluggesellschaften haben Masken an Bord zur Pflicht gemacht, die ihr nur zum Essen und Trinken abnehmen dürft. Die Masken sollen auch während des Boardings getragen werden und ihr müsst sie aufbehalten bis ihr am Zielflughafen seid.

Die Flughäfen selbst haben unterschiedliche Regelungen. Einige Airports verlangen, dass ihr die Maske vom Betreten des Terminals tragt, viele aber auch nur innerhalb enger Räume, also zum Beispiel während der Sicherheitskontrolle.

An den meisten Flughäfen ist zumindest eine Grundversorgung mit Essen und Getränken gewährleistet, während die meisten Geschäfte geschlossen sind. Das wird sich aber vermutlich in den nächsten Tagen ändern, wenn wieder mehr Flieger unterwegs sind. Es gelten dort die gleichen Regeln wie in Restaurants und Shops außerhalb.

Auch im Taxi oder Transferbus gilt fast überall Maskenpflicht. Um die Abstandsregeln einzuhalten, fahren die meisten Busse nur mit halber Belegung.

Unser Tipp

Testet rechtzeitig vor Abflug verschiedene Maskenmodelle. Nicht alle sind angenehm über mehrere Stunden zu tragen. Schaut ihr aber nach Asien, wo die Masken schon seit Jahren ein Mode-Accessoire sind, seht ihr, dass es durchaus welche gibt, die man problemlos auch länger nutzen kann.


2. Abstand zwischen den Liegen am Pool und Strand

Hier muss man schon fast fragen, ob dies wirklich eine Einschränkung ist oder eher ein großer Vorteil. Denn wirklich wohl haben sich wohl die wenigsten von uns gefühlt, wenn die Liegen mit wenigen Zentimetern Abstand voneinander standen.

Die genauen Regeln sind von Land zu Land unterschiedlich. In Griechenland müssen zum Beispiel die Sonnenschirme mindestens 4 Meter auseinander stehen und es gibt nur zwei Liegen pro Schirm. In Spanien wie auch in vielen anderen Ländern gilt ein Mindestabstand zwischen Kleingruppen, der dann auch regelmäßig kontrolliert wird.

Teilweise ist der Ausschank von Alkohol (noch) untersagt, Restaurants und Bars an Stränden und Pools dürfen nur Getränke und Essen zum Mitnehmen anbieten oder es wird von den Angestellten zur Liege gebracht.

Die Liegen werden nach jeder Benutzung gereinigt und dort wo der Platz knapp wird, müsst ihr mit Zugangskontrollen rechnen. Auch auch damit, dass ihr erst zum Poolbereich oder Strand kommt, wenn andere Urlauber weggehen.

Natürlich kann es dadurch in Stoßzeiten durchaus zu Engpässen kommen, so dass ihr warten müsst oder gar nicht an den Pool oder Strand kommt. Einige Hotels haben auch die Öffnungszeiten der Pools eingeschränkt. Allerdings halten wir die Beeinträchtigungen für recht gering, da zumindest im Juli und August die meisten Hotels anders als in den Vorjahren wohl nur zur Hälfte belegt sein werden.

Unser Tipp

Achtet bei der Hotelauswahl auf eine großzügige Poollandschaft oder einen langen Strandbereich vor dem Hotel. Dann sollte es nicht zu Engpässen kommen. Details dazu findet ihr in der jeweiligen Hotelbeschreibung.


3. A la carte statt Büffet

Die Umsetzung der Abstands- und Hygieneregeln obliegen fast überall den Hotels, da die Räumlichkeiten und behördliche Vorschriften kaum eine einheitliche Vorgehensweise ermöglichen. So gibt es selbst zwischen Unterkünften der gleichen Kette oft Unterschiede.

Generell gilt, dass die Tische weit genug auseinander stehen müssen. Und dass nur kleine Gruppen pro Tisch erlaubt sind. Das wird gerade in größeren Hotels vermutlich zur Einführung von festen Essenszeiten oder Reservierungen führen wie man es zum Beispiel von Kreuzfahrtschiffen kennt.

Vor jedem Essen müsst ihr natürlich eure Hände desinfizieren, die Maske könnt ihr zum Essen selbstverständlich abnehmen falls sie im Zugangs- oder Wartebereich des Hotels verpflichtend ist. Während der Testphase auf Mallorca müssen Urlauber während des Essens auch Einweghandschuhe tragen. Noch ist unklar, ob diese Maßnahme auch ab Juli erhalten bleibt.

Büffets sind nicht generell verboten, solange die Hygienevorschriften eingehalten werden. So haben viele Hotels eine Bedienung durch das Hotelpersonal am Büffet eingeführt. Man darf sich also das Essen nicht mehr selbst nehmen mit Ausnahme von abgepackten Sachen.

Wo das nicht möglich ist oder zu personalintensiv wäre, stellt man auf Am-Platz-Service um oder bestellt ein Menü aus der Karte. Auch hier muss man natürlich mit Verzögerungen rechnen, gerade zu Stoßzeiten. Dafür bestehen aber gute Chancen auf qualitativ höherwertiges Essen und das Anstehen am Büffet und massenhafte Vernichten von Essensresten entfällt.

Unser Tipp

Macht aus der Not eine Tugend und bucht euren Urlaub nur mit Frühstück. Abends besucht ihr verschiedene Restaurants und Bars der Umgebung. Ihr werdet überrascht sein, dass ihr finanziell kaum schlechter kommt als bei den All Inclusive-Paketen, aber viel mehr Abwechslung und vor allem Qualität habt als am Büffet oder der Hotelbar.


4. Animation, Sportangebote und Wellness

Einschränkungen lassen sich hier kaum vermeiden, wenn man das Ansteckungsrisiko auf ein Minimum reduzieren möchte. Animation ist fast überall möglich solange die Abstände eingehalten werden können. Shows und Clubs werden aber größtenteils geschlossen bleiben. Kinderbetreuung fällt vermutlich in den meisten Hotels ebenfalls flach.

Einzelsport ist fast überall problemlos möglich. Allerdings wird es wohl kein Beach Volleyball oder Beach Soccer geben. Auch auf Wassersportarten müsst ihr teilweise verzichten, wenn die Abstands- und Hygienevorschriften nicht eingehalten werden können.

Wellness- und Spa-Bereiche sind vielerorts erlaubt mit stark begrenzter Kapazität. Rechnet also mit Wartezeiten oder Reservierungssystemen. Wenn das für euch ein wichtiger Teil des Urlaubs ist, solltet ihr unbedingt vorab beim Hotel die Öffnungszeiten und Bedingungen erfragen.

Unser Tipp

Je wichtiger euch ein bestimmtes Sportangebot, Sauna oder Fitnessbereich für den Urlaub ist, desto mehr empfehlen wir euch, vorab beim Hotel oder Veranstalter anzufragen, ob dies möglich sein wird. Gegebenenfalls könnt ihr dann noch rechtzeitig vor dem Urlaub auf ein anderes Hotel oder Reiseland umbuchen.


5. Attraktionen vor Ort und Ausflüge

Viele Sehenswürdigkeiten wurden für einheimische Besucher bereits wieder eröffnet. Teilweise bekommt ihr Gutscheine oder massive Rabatte, weil viel weniger Besucher als sonst in den Sommermonaten anreisen.

Themen- und Wasserparks, aber auch viele kulturelle Attraktionen dürfen nur mit eingeschränkter Kapazität öffnen. Informiert euch am besten online über die Bedingungen. Teilweise werden nur vorab gekaufte Tickets anerkannt und ihr könnt nicht einfach hinfahren und an die Tageskasse gehen.

Hotelshuttles, Transferbusse, Ausflugsboote aber auch der ÖPNV verkehren mancherorts mit eingeschränktem Fahrplan oder auch gar nicht. Informiert euch rechtzeitig über die Abfahrtszeiten, vor allem abends die letzte Fahrt.

Clubs und Diskotheken werden fast überall im Sommer geschlossen bleiben. In vielen Regionen ist auch der Außerhaus-Verkauf von Alkohol eingeschränkt oder ganz verboten. Da größere Gruppen am Strand aber auch in den Hotels nicht erlaubt sind, wird es keine wilden Partys geben.

Unser Tipp

Viele Attraktionen werdet ihr vermutlich im Sommer nie wieder so leer erleben können wie dieses Jahr. Perfekt für Fotos ohne Menschen, heißt aber auch keine langen Schlangen. In vielen Urlaubsgebieten gibt es Taxi-Apps, die ihr euch schon vorab aufs Smartphone laden könnt. Zumindest innerhalb der EU könnt ihr mit eurem Datenvolumen von zu Hause ins Internet und so unkompliziert und ohne Sprachbarriere Taxis rufen. Netter Nebeneffekt: Das Verhandeln entfällt, da die App den Preis nach lokalen Tarifen berechnet.


Berechtigen die Einschränkungen zu einer kostenlosen Stornierung der Reise?

Dieser Punkt ist aktuell höchst umstritten und wird vermutlich erst durch Gerichtsurteile vollständig geklärt werden können. Ist die Reisewarnung für euer Urlaubsland aufgehoben, hängt es von der Kulanz des Reiseveranstalters ab, ob ihr noch kostenlos stornieren könnt.

Da die meisten Anbieter aktuell ohnehin zu kämpfen haben, werden sie sicherlich versuchen, alle Reisen durchzuführen, solange die Behörden vor Ort und das Auswärtige Amt die Genehmigung erteilen.

Wollt ihr dennoch stornieren, gelten zunächst einmal die in den AGB vereinbarten Stornierungsgebühren, die kurz vor Reisebeginn natürlich sehr hoch sind.

Versucht am besten zunächst mit dem Veranstalter einen Kompromiss auszuhandeln, also einen Gutschein oder Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt oder ein anderes Ziel. Findet ihr keine gemeinsame Lösung, wird euch nur der Weg zum Anwalt bleiben.

Vor Gericht spielt vermutlich eine große Rolle, wann ihr den Urlaub gebucht habt. Zum anderen aber auch, wie sehr die Einschränkungen sich objektiv betrachtet auf die Reise auswirken.

Wer bereits letztes Jahr oder im Januar 2020 gebucht hat, konnte sicher nicht vorhersehen, dass der Sommerurlaub dieses Jahr so viel anders verlaufen wird als in den letzten Jahren. Bucht ihr natürlich erst jetzt, kann man erwarten, dass ihr die Situation vor Ort zumindest grob einschätzen könnt.

Wie sehr sehr die Einschränkungen euren Urlaub beeinflussen, hängt von vielen Faktoren ab. Rechtsexperten gehen aber davon aus, dass die Maskenpflicht im Flugzeug, a la carte statt Büffet oder eine geschlossene Sauna maximal einen Reisemangel darstellen, der zu ein paar Prozenten Erstattung führen kann, nicht aber zu einer kompletten Stornierung ohne Gebühren.

Anders sieht es natürlich aus, wenn ihr einen Tauchurlaub gebucht habt und die Tauchbasis geschlossen ist. Oder bei einer Rundreise einige Hauptattraktionen nicht angefahren werden können. Eine generelle Regelung dazu wird es aber nicht geben, sondern man wird immer den Einzelfall betrachten müssen.

Und was empfiehlt Urlaubsfaszination?

Die Entscheidung liegt natürlich am Ende bei euch, ob die Einschränkungen sich so stark auf euer Wohlbefinden auswirken, dass der Urlaub seinen Hauptzweck – Erholung – komplett verfehlt.

Allerdings zeigt ein Blick auf die aktuellen Coronafälle in den meisten europäischen Ländern, dass ihr genauso sicher vor einer Ansteckung seid wie in Deutschland. Das gilt vor allem, wenn ihr euch an die weiterhin gültigen Abstands- und Hygieneregeln haltet.

Gerade im Rahmen einer Pauschalreise müsst ihr euch auch keine Gedanken machen, im Falle einer derzeit sehr unwahrscheinlichen zweiten Welle nicht nach Hause zu kommen. Denn der Veranstalter ist verpflichtet, euch nach Deutschland zurückzubringen. Und durch den Sicherungsschein seid ihr selbst im Falle einer Insolvenz geschützt. Auch Lufthansa gibt ihren Passagieren eine Rückholgarantie.

Wir freuen uns aber noch viel mehr, auf eure Berichte dieses Jahr von Urlaubszielen, die in den letzten Jahren so überfüllt waren, dass man von Erholung kaum noch sprechen kann. Denn so leer wie es gerade im Juli und August rund ums Mittelmeer sein wird, war es seit Jahrzehnten nicht.

Euch erwartet viel Platz am Strand, kaum Streit um reservierte Poolliegen, Restaurants, die sich auf euch freuen statt euch abzuzocken, kristallklares Wasser mit einer Tierwelt, die man aus Europa kaum noch kennt und endlich ein Foto von der Hauptattraktion vor Ort, auf dem nur ihr drauf seid.

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