Andorra: Mehr als nur ein Zwergenstaat zum Abhaken auf der Länderliste

Das Fürstentum Andorra mitten in den Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien steht bei vielen sicher nur auf der Liste der zu besuchenden Regionen, um den Länderpunkt einzusammeln. Mit einer Fläche von 468 Quadratkilometern hat das Land gerade einmal ein Fünftel der Größe von Luxemburg. 77.000 Einwohner leben in Andorra, die Amtssprache hier ist Katalanisch. Französisch wird aber ebenfalls oft gesprochen und mit Englisch kommt man auch problemlos aus.

Trotz der geringen Größe gibt es in Andorra viel mehr zu tun und zu sehen als man im ersten Moment denkt. Wer es nur mal fix auf der Durchreise mitnimmt, wird es vielleicht im Nachhinein bereuen. Unser letzter Ausflug war ein langes Wochenende und viel zu kurz, Deswegen ist die nächste Reise schon geplant und wartet nur auf grünes Licht von Corona.

Was kann man in Andorra machen?

Das Land reicht von etwas 800 Metern an der niedrigsten Stelle bis hin zu fast 3000 Metern auf den höchsten Bergspitzen. Es liegt in einem Höhental der Pyrenäen und bietet damit beste Voraussetzungen für Aktivurlaub jeglicher Art.

Im Mittelpunkt, und damit auch wichtigster Wirtschaftszweig des einzigen Landes mit zwei ausländischen Amtsträgern als Staatsoberhaupt, steht der Wintertourismus. Etwa 700 Hotels und Restaurants sorgen im größten Skiresort der Pyrenäen für ausreichend Kapazitäten. Wintersportler finden etwa 100 Skilifte und mehr als 300 Pistenkilometer.

Im Sommer kommen die Aktivsportler auf ihre Kosten. Mountainbiking, Klettern, Wandern und vieles mehr wird geboten. Die Hotels locken mit fantastischen Preisen, da natürlich die Besucherzahlen deutlich unter dem Winter liegen.

Auch historisch und kulturell gibt es einiges zu entdecken. Das Fürstentum wurde immerhin schon 1278 gegründet, schaut also auf fast 750 Jahre Geschichte zurück.

Nicht verschweigen wollen wir aber auch den Grund, weshalb viele Spanier und Franzosen den langen Weg hinauf in die Berge auf sich nehmen und sogar den Hauptteil der Besucher ausmachen.

Andorra gehört weder zur EU noch ist es Teil des Schengengebiets. Dadurch könnt ihr dort Tabak- und Alkoholerzeugnisse deutlich günstiger einkaufen. Und das wird reichlich genutzt. Bezahlt wird übrigens trotzdem in Euro und natürlich müsst ihr für die stichprobenartigen Kontrollen an den Grenzen mindestens euren Personalausweis dabei haben.

Hinweise zur Anreise nach Andorra

Die Lage mitten in den Bergen erlaubt keine Landebahn, weshalb es nur etwas südlich und schon in Spanien einen kleinen Flugplatz (IATA Code LEU) gibt, der aber nicht von Linienfliegern angesteuert wird, auch wenn dies immer mal wieder geplant war.

Da diese Option also für Normalverdiener ausfällt, bleibt als zweitbeste Möglichkeit ein Mietwagen, den ihr im einfachsten Fall in Toulouse oder Barcelona direkt am Flughafen übernehmt. Von beiden Städten benötigt ihr knapp 3 Stunden hinauf nach Andorra. Allerdings solltet ihr auf dem Rückweg, vor allem falls dies an einem Sonntag ist, Reservezeit einplanen. Die Straßen sind größtenteils einspurig und überholen ist schwer bis unmöglich.

Wer kein Auto mieten kann oder möchte, hat außerdem die Option mit dem Bus zu fahren. Von Barcelona gibt es etwa aller zwei bis drei Stunden tagsüber Direktverbindungen, von Toulouse in der Regel nur eine am Morgen und eine am Abend. Die Fahrt kostet ca. 25 bis 30 Euro und dauert rund 4 Stunden. Der Bus von Toulouse hat auch einen Halt am Flughafen.

Nur für sehr wenige dürfte die Anreise per Bahn interessant sein. Das liegt zum einen daran, dass man nur bis L’Hospitalet auf französischer bzw. Latour de Carol auf spanischer Seite kommt und dort jeweils für die letzten Kilometer in den Bus steigen muss. Zum anderen gibt es nur ein bis zwei direkte Verbindungen aus Toulouse und Barcelona am Tag und die Busanschlüsse passen auch nicht wirklich gut. Landschaftlich sind die Strecken allerdings spektakulär.

Eine Besonderheit hat der Bahnhof Latour de Carol allerdings. Er gehört zu den wenigen auf der Welt, an dem sich Strecken mit drei verschiedenen Spurweiten treffen. Aus Barcelona kommt der Vorortzug auf Breitspur, aus Toulouse Regionalzüge auf Normalspur. Ein besonderes Highlight ist der Le Petit Train Jaune, von den Einheimischen auch Kanarienvogel genannt, der auf Schmalspur hinunter nach Villefranche-Vernet-les-Bains fährt, wo man weiter nach Perpignan an der französischen Mittelmeerküste kommt.

Innerhalb Andorras fahren gibt es ein recht brauchbares Netz an Lokalbussen, mit denen ihr in alle wichtigen Orte, zu den Skigebieten bzw. im Sommer zu den Ausgangsplätzen der meisten Wanderwege kommt. Der Takt ist allerdings nicht so dicht, dass man auf einen Blick in den Fahrplan verzichten kann. Treffpunkt ist der moderne Busbahnhof, an dem auch die Busse nach Barcelona und Toulouse abfahren.

Hoteltipps in Andorra

Das Preis-Leistungsverhältnis gerade im Sommer ist sehr gut, keine Frage. Selbst rund ums Zentrum der Altstadt von Andorra La Vella, also in Fußlaufweite zur Einkaufsstraße, Restaurants und dem Busbahnhof, findet ihr hervorragend bewertete 3* Hotels ab unter 50€ pro Nacht im Doppelzimmer. Wir haben euch jeweils noch unseren Favoriten für 4* und 5* Hotels hinzugefügt, ebenfalls zentral gelegen.

Im Winter steigen die Preise dann deutlich an, wobei hr bei frühzeitiger Buchung auch noch im Rahmen liegt. Versucht wenn möglich die Wochenenden und die Zeit rund um Weihnachten und Neujahr in der Wintersaison zu vermeiden, denn dann sorgen die Ausflügler aus Spanien und Frankreich für eine hohe Nachfrage und entsprechende Preise.

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